Afrika, ein Kontinent reicher an Ressourcen und Rohstoffen wie kein anderer, könnte er ärmer jedoch nicht sein. Schwer gebeutelt von jahrhundertelanger kolonialer Unterdrückung durch europäische Großmächte fällt Afrika im post-kolonialen Zeitalter der Ausbeutung des neo-liberalen Wirtschaftsprojekts zum Opfer. Während sich der Reichtum in Ländern des globalen Nordens ballt, versinkt fast ein ganzer Kontinent in sozialer Armut und Abhängigkeit von Kapitalgebern.

„African problems must be solved by Africans“
(„Afrikanische Probleme müssen von Afrikanern gelöst werden“) George Ayittey, Ghanese economist

 

Eine radikale Kritik aus liberaler Sicht, wie sie der britische Ökonom Peter Thomas Bauer und der kenianische Ökonom James Shikwati äußern, meint, dass Entwicklungshilfe eine der Gründe für Afrikas Probleme sei und einzustellen ist, da die wirtschaftliche Intervention den freien Warenaustausch zwischen den Entwicklungsländern und die Herausbildung einer privaten Wirtschaft behindere. James Shikwati kritisiert Entwicklungshilfe als ein Mittel um afrikanische Länder an westliche Kapitalgeber zu binden und somit eine einseitige wirtschaftliche und politische Abhängigkeit zu erzeugen. Sowohl auf wirtschaftlicher, politischer, sozialer oder ökologischer Ebene wird eine eigenständige und nachhaltige Entwicklung verhindert. Das Eingeständnis von verfehlter Entwicklungshilfe prägte in liberalen Kreisen den Begriff „Hilfspessimismus“, der entwicklungspolitische Resignation bedeutet. Besonders in Afrika zeigt sich, dass Entwicklungshilfe gerade bei der Bekämpfung der größten Armut versagt hat und häufig nur eine Abhängigkeit von dieser Hilfe geschaffen wurde.
Meist fließen staatliche Hilfsgelder nur von einer Staatskasse in die andere und bereichern diejenigen, deren Aufgabe es wäre, sie zu verteilen. Entwicklungshilfe in dieser Form kann nur funktionieren, wenn die Mittel an den Stellen ankommen, nämlich in der produzierenden Wirtschaft und somit Güter und Gewinn erzielt werden können, die auf dem inländischen Markt abgesetzt werden können. Die Diaspora in den Industriestaaten, die durch Arbeit Einkommen erzielen und diese in ihre Heimatländer überführen, s.g. Remissionen, übersteigen in manchen Fällen um ein Vielfaches die Hilfsgelder. Die Theorie zum Abbau von Entwicklungshilfegeldern wird von vielen entwicklungspolitischen Organisationen weltweit unterstützt. Sie können aber so lange nicht eingestellt werden, bis nicht zum Einen die gröbste Armut eliminiert und Korruption und Selbstbereicherung der Regierungen durch „Good-Governance“ ersetzt sind.

“The central challenge of the post-2015 UN development agenda is to
ensure that globalization becomes a positive force for all the worlds’
peoples of present and future generations. Globalization offers great
opportunities, but its benefits are at present very unevenly shared.” Realizing the future we want for all Report to the secretary-general New York June 2012

2001 haben die Vereinten Nationen acht Millenniumsziele zur Armutsbekämpfung erarbeitet. Auch hier ist die Bilanz entmutigend. Keines der Ziele wird bis zum Jahr 2015 vollkommen erfüllt sein. Insbesondere die Armutsbekämpfung in Afrika liegt weit hinter den gesteckten Zielen. Der UN Generalsekretär Ban Ki Moon beauftragte daraufhin im September 2011 eine Arbeitsgruppe, die 2013 die Post-2015 UN Development Agenda vorlegten, welche auf drei Prinzipien aufbaut: Menschenrechte, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit. Auf die drei Prinzipien aufbauend ergeben sich vier Handlungsfelder: 1. Soziale Entwicklung, 2. Ökologische Nachhaltigkeit, 3. Wirtschaftliche Entwicklung und 4. Frieden und Sicherheit.

Diese vier Punkte beinhalten und konkretisieren stärker die acht Millenniumsziele. Unter Punkt vier wird unter anderem die Förderung durch transformative Änderungen der Regierungsapparate hin zu „Good-Governance“-Regierungen erfasst.

 

 

 

 

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