Entwicklungspolitische Bildung (3)

Dienstag, 15 August 2017 10:47

Team

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Dienstag, 20 September 2016 12:11

Fachtag 2016

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Fachtag 2016

Die Kontroverse von Flucht und Migration ist mit der Schließung der Balkanroute wieder zu ihrem anfänglichen Schauplatz zurückgekehrt. Vor allem „Afrika“ und
das Schicksal afrikanischer Flüchtlinge rückt die Fluchtbewegung im euro-mediterranen Raum in den Fokus der Debatte.

Afrika befindet sich im Spannungsfeld einer fehlgeleiteten Entwicklungspolitik, der vermeintlichen Perspektivlosigkeit der jungen Generation sowie zahlreicher sich ausweitender Krisenszenarien.

Der allgemeinen Wahrnehmung entgeht oft, dass Migration und Flucht überwiegend innerhalb Afrikas stattfindet. Hieraus ergeben sich insbesondere für die Nachtbarstaaten
der fragilen Regionen wie Eritrea, Süd Sudan oder Zentralafrika immense Herausforderungen. Dieser Umstand stellt den oft zitierten Leitgedanken der AU - „Afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme“ einmal mehr auf eine harte Probe.

Im Rahmen des Fachtages werden die aktuellen Ansätze der europäischen Migrations- und Entwicklungspolitik, welche lediglich die Symptome, jedoch nicht die
Ursachen der Fluchtbewegungen bekämpfen, kritisch hinterfragt und nach neuen Ansätzen gesucht werden.
Dabei soll ebenfalls die Rolle der afrikanischen Diaspora und Politik beleuchtet werden, welchem Maße diese zur Verbesserung der Situation vor Ort leisten können.

Keynotes der Plenardebatten:
• Afrikanische Ansätze und Handlungsoptionen der Migrationspolitik I.E. Botschafterin Sitona Abdalla Osman, Republik Südsudan
• Die europäische Migrationspolitik im Spannungsfeld zwischen Afrika und Europa Sophia Wirsching - Referentin Brot für die Welt
• Kommunen in der „Einen Welt“ – Städtepartnerschaften als Instrument zur Steuerung von Migration Kevin Borchert - Engagement Global
• Flucht und Migration – Afrikanische Diaspora als entwicklungspolitischer AkteurEmmanuel Mbolele - Autor und politischer Aktivist aus DR Kongo
• Bestimmungsfaktoren von Effektivität und Unzulänglichkeit von Strategien zur Migrationseindämmung in Subsahara-Afrika, Dr. Salua Nour - Politikwissenschaftlerin an der FU Berlin

Parallel stattfindende Workshops:
• African solutions to African problems Amza Njikam - Experte für internationales Recht
• Kooperationen von Willkommensinitiativen, Migrantenorganisationen, NROs und zivilgesellschaftlichen Akteuren Rita Booker Solymosi - interkulturelle Kompetenztrainerin
• SDGs im Blickwinkel von Flucht und Migration Idriss T. Nsangou - Afrikaexperte

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist für Sie kostenfrei. Wir bitten um eine kurze Teilnahmebestätigung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch
unter 030 915 15 416. Bitte geben Sie dabei an, ob Sie eine deutsch-französische Übersetzung wünschen. Die Veranstaltung wird fotografisch und audiotechnisch dokumentiert.

Hintergrund

Die Welt steht im Jahr 2015 an einem Scheideweg. Es ist ein „entscheidender Moment für die Menschheitsgeschichte“, wie UN Generalsekretär Ban-Ki Moon auf dem Nachhaltigkeitsgipfel der UNO erklärt, und damit mit aller Deutlichkeit auf kommende Herausforderungen und die Bedeutung der verabschiedeten Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) eingeht. Nach all diesen Jahren, wo die Weltgemeinschaft auf viele Krisen keine Antwort fand, muss die Frage lauten: Haben die SDGs das Potential eine nachhaltigere Welt zu schaffen? Bei der näheren Betrachtung der neuen SDGs ist eindeutig erkennbar, dass sich die Weltgemeinschaft endlich einem allumfassenderen Verständnis von Entwicklung unterworfen hat. Während die MDGs sehr auf die eindimensionale Entwicklungszusammenarbeit setzten und die entwickelten Länder wie Deutschland in ihrer Verantwortung für die nachhaltige Entwicklung weitgehend außen vor ließen, wird jetzt durch die Übertragung der SDGs auf alle Länder deutlich, dass jedes Land der Erde einen gewissen Entwicklungsstatus hat – als Entwicklungsland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit. 

Mit der Verabschiedung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) und deren Übertragung auf alle Staaten macht die UN deutlich, dass jedes Land ein Entwicklungsland auf dem Weg zur Nachhaltigkeit ist und auch Länder des Globalen Nordens Verantwortung in globalen Entwicklungsprozessen übernehmen müssen. Individuelles nachhaltiges Handeln und die aktive Mitgestaltung einer nachhaltigeren Gesellschaft sind maßgeblich vom Verständnis und einer tieferen Auseinandersetzung mit den SDGs abhängig, daher sind diese unbedingt als Kerninhalt im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung zu integrieren. Das Projekt reagiert auf die Herausforderung von Schulen, neben ihren individuellen Ausrichtung die SDGs in den Unterricht zu integrieren und SchülerInnen die Inhalte und Konsequenzen zu vermitteln. Mittels Arbeitsgemeinschaften zum Globalen Lernen, Projekttagen und einer Projektwoche an insgesamt vier Kooperationsschulen werden die SDGs SchülerInnen nahegebracht, die sich mit deren Inhalten auseinandersetzen und mit der Gewinnung einer ganzheitlichen Perspektive  auch das eigene Handeln reflektieren. Eine Fortbildung soll Lehrkräften im Fachbereich Ethik, in dem fachübergreifend Fragen der nachhaltigen Entwicklung behandelt werden, zusätzliche Kompetenzen ermöglichen und eine globale, entwicklungspolitische Perspektive anbieten.

Projektziele:

Ziel 1: Einführung der SDGs an den Schulen

Die SDGs der Agenda 2030 der UN wurden an den Kooperationsschulen vorgestellt und eingeführt. Die Relevanz der SDGs und deren Umsetzung konnte SchülerInnen näher gebracht und deutlich gemacht werden. Die SchülerInnen verfügen über ein Grundverständnis der Inhalte und Kontexte der SDGs.

Ziel 2: Wissenstransfer an SchülerInnen und kritische Hinterfragung eigener Handlungsmöglichkeiten

Sowohl die AGs als auch die Projekttage und Projektwoche haben bereits bestehendes Wissen der SchülerInnen fächerübergreifend verknüpft und neue Lerninhalte im Bereich „Globales Lernen“ im Kontext der SDGs vermittelt, mit denen sich die SchülerInnen aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet auseinandersetzen konnten.

Neben dem Wissenstransfer hat das Projekt auch Wirkungen bezogen auf das individuelle Handeln ermöglicht. Einerseits konnten die SchülerInnen dadurch individuell eine Orientierung für das eigene Leben finden. Außerdem entwickeln sie eine eigene Vision für das Leben in einer human gestalteten Weltgesellschaft. Durch unsere Maßnahmen haben sie die notwendigen Schlüsselkompetenzen erworben, die sie brauchen, um sich heute und in Zukunft als verantwortungsbewusste Weltbürger in der Weltgesellschaft zu orientieren und nachhaltig zu leben.

Ziel 3: Gestärkte Kompetenzen der Lehrkräfte im Bereich Ethik

Lehrkräfte konnte ein umfangreicheres Wissen im Fachbereich Ethik vermittelt werden. Die FachlehrerInnen und PädagogInnen konnten sich inhaltliche und methodisch-didaktische Kompetenzen zum Lernen in Globalen Zusammenhängen nach der neuen Fassung des Orientierungsrahmens für Globale Entwicklung 2015 aneignen, welche sie im Unterricht selbstständig anwenden können. Durch das zusätzliche Wissen können sie nicht nur den SchülerInnen komplexere Inhalte besser vermitteln, sondern sie auch mehr für den Themenkomplex interessieren.

 

Sie suchen noch Themen für Projekttage, Workshops oder eine AG an Ihrer Schule? Wir möchten Sie dabei gerne unterstützen. NARUD e.V. bietet Ihnen die Möglichkeit, Veranstaltungen zum theme „Globales Lernen“ für Lehrer und/oder Schüler in gemeinsamer Zusammenarbeit zu organisieren und durchzuführen.

NARUD e.V. besitzt bereits Erfahrungen in der Unterrichtsgestaltung zu den Themenschwerpunkten Fairer Handeln, Umwelt, Kolonialgeschichte, (Neo-) Kolonialismus, Good-Governance, Konsumverhalten und das Leben in Afrika. Dabei haben wir uns zusammen mit den SchülerInenn beispielsweise mit dem Alltag in afrikanischen Ländern, Kindersoldaten oder dem Zusammenhang zwischen Handynutzung und Konflikten im Kongo auseinandergesetzt. Die konkrete Ausgestaltung der Veranstaltung sowie die Ausarbeitung anderer Themenschwerpunkte können in einem persönlichen Gespräch geklärt werden.

Bei Bedarf können wir auch Veranstaltungen für GrundschülerInnen anbieten.

Bei Interesse melden Sie sich bitte per Email mit dem Stichwort „Globales Lernen“ an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 030 915 154 16 und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit uns.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und unsere Zusammenarbeit.

Unter weiterlesen, finden Sie den Link zum Download unserer aktuellen Informationsbroschüre.

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NARUD e. V. engagiert sich seit 2005 in der Völkerverständigung durch Integration von ZuwanderInnen, insbesondere von Minoritäten in Deutschland, sowie in der Entwicklungszusammenarbeit.

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